IT-Sicherheit

Phishing erkennen: So entlarven Sie gefälschte E-Mails

Eine täuschend echte Nachricht Ihrer Bank, ein „nicht zugestelltes" Paket, eine Rechnung im Anhang – und ein einziger Klick genügt. Phishing ist die häufigste Methode für Datendiebstahl und Betrug. Wir zeigen Ihnen, woran Sie gefälschte Nachrichten zuverlässig erkennen.

6 Min. Lesezeit Aktualisiert 2026 Ernst IT Consulting

Stellen Sie sich vor, Sie öffnen morgens Ihr Postfach. Eine E-Mail Ihrer Bank: „Ungewöhnliche Aktivität festgestellt – bestätigen Sie umgehend Ihre Daten, sonst wird Ihr Konto gesperrt." Logo, Schriftbild, Tonfall – alles wirkt echt. Genau das ist die Masche.

Beim Phishing („Angeln" nach Daten) geben sich Kriminelle als vertrauenswürdige Absender aus – Banken, Paketdienste, Microsoft, das Finanzamt oder sogar Ihre eigene Geschäftsführung. Ihr Ziel: Sie zur Eingabe von Passwörtern und Bankdaten zu verleiten oder Sie dazu zu bringen, einen schädlichen Anhang zu öffnen. Die gute Nachricht: Fast jede Phishing-Nachricht verrät sich durch typische Merkmale. Wer sie kennt, fällt deutlich seltener darauf herein.

90 %+
der erfolgreichen Cyberangriffe beginnen mit einer Phishing-E-Mail
3,4 Mrd.
Phishing-Mails werden täglich weltweit verschickt
1 Klick
genügt, um Zugangsdaten preiszugeben oder Schadsoftware zu installieren

Die 6 wichtigsten Warnsignale

Nehmen Sie sich bei unerwarteten Nachrichten ein paar Sekunden Zeit und prüfen Sie diese Punkte. Schon ein einziges Warnsignal sollte Sie misstrauisch machen:

Verdächtige Absenderadresse

Der angezeigte Name wirkt echt, doch die tatsächliche Adresse ist kryptisch oder leicht verändert – etwa „service@paypa1-secure.com".

Künstlicher Zeitdruck

„Nur noch heute", „Konto wird gesperrt", „letzte Mahnung". Druck und Drohungen sollen Sie zu unüberlegtem Handeln bewegen.

Unpersönliche Anrede

„Sehr geehrter Kunde" statt Ihres Namens. Seriöse Anbieter, bei denen Sie Kunde sind, sprechen Sie in der Regel persönlich an.

Links führen woanders hin

Fahren Sie mit der Maus über den Link (ohne zu klicken). Weicht das Ziel unten links vom Text ab, ist Vorsicht geboten.

Unerwartete Anhänge

Rechnungen, ZIP-Dateien oder Office-Dokumente mit „Makros aktivieren". Öffnen Sie nichts, das Sie nicht erwartet haben.

Abfrage sensibler Daten

Keine Bank und kein seriöser Dienst fordert Passwörter, PIN oder TAN per E-Mail oder über einen Link an. Niemals.

So läuft ein Phishing-Angriff ab

01

Der Köder

Sie erhalten eine Nachricht, die Vertrauen weckt oder Druck aufbaut – per E-Mail, SMS oder Messenger.

02

Der Klick

Ein Link führt auf eine täuschend echt nachgebaute Anmeldeseite, oder ein Anhang soll geöffnet werden.

03

Die Falle

Sie geben Ihre Zugangsdaten ein – direkt an den Angreifer. Oder die Datei installiert unbemerkt Schadsoftware.

04

Der Schaden

Konten werden geplündert, Daten verschlüsselt oder im Namen des Opfers weitere Angriffe gestartet.

Die wichtigste Regel

Im Zweifel nicht klicken. Rufen Sie den vermeintlichen Absender stattdessen über die offizielle Website oder eine Ihnen bekannte Telefonnummer an – niemals über die Kontaktdaten aus der verdächtigen Nachricht. Geben Sie Adressen Ihrer Bank oder Dienste lieber selbst von Hand im Browser ein, statt einem Link zu folgen.

Moderne Maschen: mehr als nur E-Mails

Phishing beschränkt sich längst nicht mehr auf die klassische Massen-E-Mail. Cyberkriminelle werden gezielter und nutzen neue Kanäle:

  • Spear-Phishing: persönlich zugeschnittene Angriffe auf eine bestimmte Person, oft mit echten Namen und internen Details.
  • CEO-Fraud: eine angebliche Mail der Geschäftsführung weist die Buchhaltung zu einer dringenden Überweisung an.
  • Smishing & Vishing: Phishing per SMS oder Telefonanruf – etwa die gefälschte Paketbenachrichtigung.
  • Quishing: manipulierte QR-Codes, die auf gefälschte Seiten führen – zunehmend auch auf Briefen und Plakaten.
Häufiger Irrtum

„Auf so etwas fallen nur unerfahrene Nutzer herein." Tatsächlich werden moderne Phishing-Mails immer professioneller – fehlerfrei formuliert, im korrekten Layout und teils mit KI personalisiert. Selbst aufmerksame Profis übersehen gut gemachte Fälschungen. Genau deshalb sind klare Prozesse und ein wachsames Team so wichtig.

Sie haben geklickt – was jetzt zu tun ist

Sollten Sie doch einmal auf einen Phishing-Link geklickt oder Daten eingegeben haben: Bleiben Sie ruhig und handeln Sie zügig.

  • Ändern Sie sofort das betroffene Passwort – und überall dort, wo Sie es ebenfalls verwendet haben.
  • Informieren Sie Ihre Bank bzw. den betroffenen Dienst und lassen Sie ggf. Konten sperren.
  • Trennen Sie das Gerät vom Netzwerk, wenn Sie einen Anhang geöffnet haben.
  • Im Unternehmen: melden Sie den Vorfall umgehend Ihrer IT – ohne Scham, denn Schnelligkeit zählt.
  • Sichern Sie die verdächtige Nachricht als Beweis, statt sie sofort zu löschen.

Wie wir Sie und Ihr Team schützen

Als IT-Systemhaus aus Marl schützen wir Privat- und Geschäftskunden im gesamten Ruhrgebiet vor Phishing – mit modernen Mail-Filtern, die einen Großteil der Angriffe abfangen, mit Zwei-Faktor-Authentifizierung als Sicherheitsnetz und mit praxisnahen Awareness-Schulungen, die Ihr Team für die typischen Maschen sensibilisieren. So wird aus dem größten Risiko – dem unbedachten Klick – Ihre stärkste Verteidigungslinie.

Häufige Fragen

Phishing – kurz erklärt

01Woran erkenne ich eine echte E-Mail meiner Bank?
Ihre Bank wird Sie niemals per E-Mail oder über einen Link auffordern, Passwort, PIN oder TAN einzugeben. Im Zweifel öffnen Sie die Seite Ihrer Bank selbst im Browser oder nutzen die offizielle App – nie den Link aus der Nachricht.
02Ich habe auf einen Link geklickt – ist es schon zu spät?
Nicht zwingend. Solange Sie keine Daten eingegeben und keine Datei ausgeführt haben, ist das Risiko meist gering. Geben Sie nichts ein, schließen Sie die Seite, ändern Sie sicherheitshalber betroffene Passwörter und informieren Sie im Firmenkontext Ihre IT.
03Gibt es Phishing auch per SMS oder WhatsApp?
Ja. „Smishing" (per SMS) und Nachrichten über Messenger nehmen stark zu – häufig als gefälschte Paketbenachrichtigung oder Bankwarnung. Die Warnsignale sind dieselben: unerwartete Nachricht, Druck, Link zur Dateneingabe.
04Reicht ein guter Spamfilter nicht aus?
Ein professioneller Mail-Filter fängt einen Großteil der Angriffe ab und ist unverzichtbar. Doch einzelne, gut gemachte Nachrichten rutschen immer durch. Deshalb bleibt der aufmerksame Mensch die wichtigste letzte Verteidigungslinie.
05Wie mache ich mein ganzes Team phishing-sicher?
Mit einer Kombination aus Technik und Bewusstsein: moderner Mail-Schutz, Zwei-Faktor-Authentifizierung, ein Passwortmanager und regelmäßige Awareness-Schulungen. Gerne richten wir das für Ihr Unternehmen ein und schulen Ihre Mitarbeitenden praxisnah.

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